Einleitung
In Deutschland leben fast 80 % der Bevölkerung in Städten, aber warum? Lärmender Verkehr, stickige Luft, hektische Menschenmassen, graue Betonfassaden, überall liegt Müll auf dem Boden und es stinkt. Sieht so wirklich der optimale Lebensraum für Menschen aus? Am Anfang der Frage warum wir uns dennoch ausgerechnet diesen unwirtlichen Raum zum Leben ausgesucht haben steht eine einfache Erkenntnis.
Menschen brauchen Menschen
Bereits von Geburt an sind wir in ein soziales Umfeld eingebettet und wachsen inmitten anderer Menschen auf. Wir lernen von und mit ihnen, wie man sich in der Welt zurechtfindet und mit ihr interagiert. Dabei entwickeln wir unsere eigene Persönlichkeit und eine soziale Identität, die uns schließlich erlaubt unseren eigenen Platz in der Gemeinschaft einnehmen und diese aktiv mitzugestalten. Doch nicht nur für unseren Entwicklungsprozess sind andere Menschen unverzichtbar. Bibliotheken, Städte, Demokratien und das Internet – all diese Errungenschaften sind das Ergebnis jahrhundertelanger Zusammenarbeit. Wir leben nicht nur miteinander, sondern auch von und für einander. Unsere Abhängigkeit von Gemeinschaft und Beziehung ist also keineswegs ein Schwäche, sondern das, was uns menschlich macht.
Nun kommen wir zur Frage, warum wir in Städten leben. Historisch betrachtet war die Entstehung von Städten kein Zufall, sondern eine logische Entwicklung. Als Menschen begannen, Handel zu treiben und sich auf verschiedene Berufe zu spezialisieren, wurde es immer vorteilhafter, sich an einem Ort zu sammeln. Neben den wirtschaftlichen Chancen profitierten die Stadtbewohner auch vom Wissensaustausch und der Sicherheit.
Schnell wurden Städte mehr als nur Ansammlungen von Gebäuden, Straßen und Menschen. Geprägt und geformt durch die Gemeinschaft manifestierten sich Kultur und Charakter der Bewohner in der Architektur, Dynamik und Lebensart der Stadt.
Für viele Menschen spielt die Stadt, in der sie leben, eine zentrale Rolle. Doch diese enge Beziehung ist oft von einer ambivalenten Mischung aus Liebe und Frustration geprägt. Städte stehen schließlich vor der großen Herausforderung, gleichzeitig Raum für Begegnungen, Gespräche, Arbeit, Freizeit, Kultur, Erholung und Wohnen zu bieten. In der Schlussfolgerung bedeutet es:
Eine gute Stadt richtet sich nach den Bedürfnissen ihrer Bewohner
Leider wird diese entscheidende Tatsache in der Stadtplanung allzu oft vernachlässigt. In meinen Projekten habe ich mich daher intensiv mit den Anforderungen an ein gutes Leben in der Großstadt auseinandergesetzt und versucht eine Vision davon zu entwickeln, wie ein solches Leben und eine Stadt, die es ermöglicht aussehen könnten.
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Daniel Hinrichs